Artenschutz

Artenschutz allgemein:


Der Artenschutz umfasst den Schutz und Pflege für bestimmte wild lebende Individuen (Pflanzen- und Tierarten) seitens ethischer oder ästhetischer Prinzipien, oder aufgrund ökologisch begründeter Erkenntnisse wobei Tierschutz hingegen bedeutet, durch des Menschens Willen ein individuelles Tier schützen zu wollen.

Neben dem Schutz der natürlichen Populationen einzelner Lebewesen wird auch großer Wert auf den Schutz und Erhalt deren Lebensräume gelegt.

Wird nun gleichermaßen Artenschutz und Naturschutz betrieben, soll dies das Sterben gefährdeter Arten verhindern oder zumindest verlangsamen.


Artenschutz in der Aquaristik:


Der globale Artenschutz betrifft natürlich auch die Zierfische in unseren Aquarien.

Doch warum dürfen manche Fische gehalten werden und andere nicht?

Dies hat damit zu tun, dass viele Menschen die in der Nähe von Fischfanggebieten ansässig sind und mit dem Fischfang für die Aquaristik ihren Lebensunterhalt verdienen.

Wird dieser Fischfang nicht nachhaltig betrieben, führt dies zu einer Überfischung und die natürliche Reproduktion dieser im Meer lebenden Fischart kann dem nichts entgegensetzen.

Ein Rückgang der weltweit geschätzten Stückzahl dieser Fischart ist die Folge.

Sollte dieser Rückgang voranschreiten ist mit einem Eintrag des Fisches in der Roten Liste zu rechnen.

Zur Erholung der Population und Erleichterung der natürlichen Reproduktion dieser Fischart, sind Nachzuchtanlagen ins Leben gerufen worden.


Rote Liste:


Ins Leben gerufen wurde weiters die so genannte „Rote Liste“ weltweit erstmals 1962 von der Weltnaturschutzunion IUCN, welche eine Nennung aller vom aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten in dieser Listen anführte und veröffentlichte.

Länder erhalten nationale Rote Listen welche z.B. als Sachverständigen-Gutachten und somit dem Gesetzgeber und den Behörden als Informationsquelle dienen.

Für Staaten und Bundesländer werden regionale Rote Liste herausgegeben, um auf geographische Besonderheiten eingehen und somit den bestmöglichen Artenschutz gewärleisten zu können.


Wildfang und Nachzuchten:


Ein kleiner Teil, der im Zoofachhandel erhältlichen Fische für das Aquarium, kommt direkt aus der Natur. Grund dafür ist, dass diese Arten gar nicht oder nur sehr schwer und aufwändig nachgezüchtet werden können, denn entweder brauchen sie sehr spezielle Bedingungen um sich fortpflanzen zu können, oder deren Jungtiere sind sehr empfindlich und benötigen daher im Aquarium schwierig nachzustellende Zustände.

Wildfänge werden überwiegend in Afrika, Asien und Südamerika betrieben.

Um einen nachhaltigen Zierfischfang zu garantieren gibt es in Ländern Südamerikas zuständige Behörden, welche die Fischfänger schulen und kontrollieren, Fangquoten vorbeben und Exportkontrollen durchführen.

Dementsprechend dürfen nur gesunde Tiere in vernünftiger Anzahl das Land offiziell verlassen und europäische Lander verlangen beim Import diese behördlichen Zertifikate.

All diese Auflagen sind wichtig, da sonst eine Überfischung zu Schäden der Ökosysteme in den Meeren führen kann.



Der größte, im Fachhandel, erwerbliche Teil an Aquariumfischen stammen aus professionellen Nachzuchten.

Neben offiziellen Züchtern, welche sich bestenfalls in Europa befinden, können auch heimische, fortgeschrittenen Hobby-Aquarianer ihre Nachzuchten an Händler liefern oder sie über Internetplattformen Verkaufen.

Ein großer Vorteil von Nachzuchten ist, dass der natürliche Bestand an Meeresbewohnern nicht unnötig stark belastet wird.

Desweiteren kann durch Nachzucht, den Fischen zu neuen Farbschlägen verholfen werden.

Jedoch sind die Nachteile auch nicht außer Acht zu lassen.

Ein wesentlicher Nachteil ist, wenn man bedenkt, dass einige Nachzuchten einen langen Weg bis zu den heimischen Aquarien im Wohnzimmer zurücklegen müssen.

Auch Qualzuchten aus optischen Gründen, welche den Weg nach Europa finden, sind keine Seltenheit.

Die Information ob es sich um Wildfang oder Nachzucht handelt, lässt sich beim Mitarbeiter des Fachhandels eruieren und mit etwas Glück kann dir dieser auch über die Herkunft des Tieres berichten, welches aber nicht für selbstverständlich gehalten werden darf.

Es ist aber davon auszugehen, dass Guppies und andere lebendgebärende Zierfische aus Nachzuchten stammen, weswegen sich ein Import niemals lohnen würde.


Schonender Fischfang:


Der jährlich weltweite unerwünschte Beifang beim Fischfang beträgt bis zu 30 Millionen Tonnen, worunter sich Jungfische, Vögel, Haie und Schildkröten befinden und in den Netzen sterben. Zudem ist eine physische Zerstörung zerbrechlicher Lebensräume wie Korallenriffen oder Unterwasserseebergen unausweichlich.

Selbst 2003 ging man davon aus, dass auf den Philippinen 70 - 90% der Zierfischfang mit Cyanid oder pflanzlichen Giften betrieben wurde, welches heute zum Glück nur noch vereinzelt vorkommt und eher die Ausnahme ist.

Heute wird schonender Fischfang, egal ob bei Speisefisch oder Zierfisch, groß geschrieben.

Bekannte schonende Methoden sind unter anderem eine selektive Fischerei, wobei sich der Fang nur auf eine bestimmte Art richtet.

Zum Fang eines Schwarmes wird eher die Methode der Ringwade benutzt.

Hierbei handelt es sich um ein bis zu 2000m langes und 200m tiefes Netz, welches um einen Schwarm ausgelegt und anschließend an der Unterseite zugezogen wird, sodass die Fische schlussendlich vom Netz eingeschlossen sind.

Eine sehr kleine Maschenweite im unteren Teil des Netzes garantieren, dass den Fischen keine Haut- oder Kiemenverletzungen weitgehend ausgeschlossen werden können und somit ein schonender Fischfang gewährleistet ist.




Der Bericht ist auch im Forum, dort könnt ihr den gerne kommentieren :)

    Teilen